Der Frosch und die Kürbisflasche

Der Frosch und die Kürbisflasche

Eine philosophische Kurzgeschichte (Fiktion)

© xaratustrah, the angling philosopher – 2020-12-01, update: 2021-06-03

Die Spuren verlaufen ununterbrochen auf einem Teppichboden aus winzigen Steinen. Sie wirken wie eingefrorene Wellen zwischen größeren Steinbrocken, die wie Inseln aus einem gigantischen Meer herausragen. Der Zen-Garten ist aber nicht groß, etwa zwanzig Schritte in der Breite entlang der Terrasse des Tempels, wo ich schon seit über eine halbe Stunde in so etwas wie einem Lotussitz hinter ihrer hölzernen Schwelle sitze. Bis zur hinteren Wand des Gartens ist es auch nicht weit. Dort grenzt das Grundstück der Tempelanlage an eine schmale, grünbewachsene Gasse, die als Zugang zum Nachbartempel dient.

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“Know Thyself!”

“Know Thyself!”
Exploring self and self-consciousness from A (like Avicenna) to Z (like Zahavi)

© xaratustrah, the angling philosopher – 2021-04-14

Abstract

The notion of self and self-consciousness (self-awareness) is one of the most fundamental concepts in the philosophy in general and in the philosophy of mind in particular. The presence of a self, in particular an enduring self, as a reference of first personal indexical expressions has been debated while the reality of self-consciousness has been widely accepted. Philosophers of different epochs have responded to this question with a multitude of approaches, often similar in structure or line of argumentation. In the present work, I examine the epistemological tools relevant for the study of self and self-consciousness. After studying a few current and historical examples, I will figure out how a phenomenological examination can lead to both a better understanding of the concept of self-consciousness as well as the concept of self. Finally, I will discuss the strengths and limitations of the mentioned phenomenological method.

Keywords: self, self-consciousness, self-awareness, Zahavi, Avicenna, Dignaga, phenomenology

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Mein Blick ist dein Blick

Mein Blick ist dein Blick

In den Himmel du Zweig,
Strecke dich und wachse!
In den Strahlen des Goldes,
Deine Knospen tränke!

Deine Sprache verlernt,
Überwinde ich mich,
Für einen Moment in der Schönheit,
Spüre ich dich.

Ich nehme Zuflucht zu mir,
Und schaue mich an.

Die Hymnen, die Noten,
Die erhabenen Zypressen,
Das Vertrauen, das sie mir geben,
Um sie gleich zu vergessen,

Die verborgene Zeit und wieder,
Ein zerbrochener Tonkrug,
Wo bleibt denn die Liebe?
Im vergänglichen Atemzug.

Ich nehme Zuflucht zu mir,
Und schaue mich an.

Reiche mir die Hand,
Hier! Hier entlang!
Ich bin es, ich bin’s nicht,
Im Herzen der Klang,

Die Einsamkeit mittendrin,
Vor den Augen nur leer,
Ich und wieder ich,
Das Boot und das Meer.

Ich nehme Zuflucht zu mir,
Und schaue mich an.

Du!
Entferne mich von dir,
Damit ich sehen kann!

Ja!
Trenne mich von mir,
Damit ich gehen kann!

Mein Blick ist dein Blick,
Ich schaue dich an.

▪️

© xaratustrah, the angling philosopher – 2021-03-13

Liebe, Raum und Zeit

Liebe, Raum und Zeit

Dort

Hoch in das Blau,
Trag’ ich das Ästchen.
Dir, uns, jetzt und hier,
Bau’ ich ein Nestchen.

Dich

Kann ich nicht sehen,
Du mich auch nicht.
Die dunkle Zweisamkeit,
Braucht nun kein Licht.

Denn

Uns verbindet die Liebe,
Dein Duft, meine Berührung,
Das Vergessen, das Erinnern,
Die Kunst der Verführung.

Doch

Ich erkenn’ dich wieder,
Im Zyklus der Zeit.
In der Wüste, im Wald,
Da weit und breit.

Darum

Frag’ ich nicht mehr,
Nach deinem Namen.
Nach dem Ort von dem,
Wir herkamen.

Dir

Geb’ ich nicht die Zukunft,
Mir gehört nicht die Zeit.
Schenken kann ich nur,
meine Vergangenheit.


▪️

© xaratustrah, the angling philosopher – 2021-02-24

Fußabdrücke im Schnee / Footprints in the snow

Fußabdrücke im
Schnee

Fußabdrücke im Schnee.
Sind es meine?
Entfernt von mir,
Von dir her,
Zeige mir nur, ich versteh’.

Eine Berührung im Fluss.
Bin ich weit gekommen?
Staub im Gesicht,
Schmerz im Knie,
Zeige mir nur, ich versteh’.

Das Rascheln des Goldes.
Kennen wir uns?
Brücken über die Vergangenen,
Sprünge nach vorn,
Zeige mir nur, ich versteh’.

Zeige mir nur, Zeige!
Wer, wenn nicht du?
Echo im Herzen,
Sichtbar von hier,
Wie weiße Fußabdrücke, im weißen Schnee.

Footprints in the
snow

Footprints in the snow.
Are they mine?
Distant for me,
Coming from you,
Just show me, I will know.

A touch in the flow.
Have I come far?
Dust in the face,
Pain in the knee,
Just show me, I will know.

Rustling of the gold.
Do I know you?
Bridges over the past,
Jumps forward,
Just show me, I will know.

Just show me, show!
Who, if not you?
Echo in the heart,
Visible from here,
Like white footprints, in the white snow.

▪️

© xaratustrah, the angling philosopher – 2021-02-13

Stern am Horizont

Stern am Horizont

Stern am Horizont,
Einen Blick,
Gewähre mir!
Einen Strahl,
Reiche mir!

Stern am Horizont,
Die Wärme,
Spür’ ich.
Den richtigen Ort,
Die genaue Zeit,
Kenn’ ich.

Stern am Horizont,
Die Kraft,
Die Hoffnung,
Entgeht mir.
Bruchstücke zehren,
Überall,
An mir.

Stern am Horizont,
Wohin,
Schau’ ich,
Zum Beginn,
Zieht’s mich.
Entfernt,
Von dir,
Vertraut,
In mir.

Reiche mir!
Am Horizont,
Und auch hier.
Gewähre mir!
In dir mich,
Verlier’ ich.

▪️

© xaratustrah, the angling philosopher – 2021-02-07

LISA

Philosophie und Literatur: Auf der Suche nach einem gemeinsamen Ursprung

Eine philosophische Kurzgeschichte (Fiktion)

Gleis 2, 14.30 Uhr. Der vorige Zug nach Koblenz ist ausgefallen. Ich lege den Rucksack neben mir hin und setze mich. Ich versuche, die Nachmittagssonne an diesem Novembertag zu genießen. Die Sonnenstrahlen scheinen durch die Äste eines Baumes hindurch, im Hintergrund fließt der Rhein. Ich verliere mich in Träumen, während ich die letzten Megabytes meines monatlichen Datenvolumens dafür verbrauche, ein weiteres Mal Vivaldis Sileant Zephyri zu streamen. [1]

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Die Kunst im Spiegel des Menschen: Zu Gast bei Schiller und Adorno

NACKT IST DIE Schweizer Künstlerin Milo Moiré nicht. Sie trägt statt eines Rockes eine Schachtel. Je nach Performance manchmal auch ein ähnlich konstruiertes Oberteil. Diese sind außenseitig mit Spiegeln beklebt, innenseitig mit Videokameras ausgestattet. Die Künstlerin spaziert in den Fußgängerzonen von Amsterdam, Düsseldorf oder London während sie oder ein Assistent mit einem Megafon die Passanten dazu animiert, durch eine Öffnung im Vorderbereich der Schachtel hineinzugreifen und ihre bloße private Bereiche zwölf Sekunden lang anzufassen. Jung und alt, Frau und Mann befolgen ihre Anweisungen, oft mit einem Lächeln oder einem vorsichtigen Blick, während in den Schachteln die Videoaufnahmen des Vorgangs laufen.

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Die Rolle der Vernunft in der Religion

Dass eine Religion vernünftig sein kann, ist nicht immer selbsterklärend. Aus der modernen Sicht, in der die Wissenschaften und die Technik die Religion aus dem Alltag verdrängen, erscheint die Kombination der Vernunft und der Religion kurios. Die Gründe für ein solch misstrauisches Urteil, sind aber nicht schwer zu ermitteln. Es ist nämlich wahr, dass die Anwendung der Vernunft für die Fortentwicklung der Wissenschaften entscheidend ist. Der Geist der „wissenschaftlichen Methode” ist die menschliche Vernunft.

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