Die Rolle der Vernunft in der Religion

Dass eine Religion vernünftig sein kann, ist nicht immer selbsterklärend. Aus der modernen Sicht, in der die Wissenschaften und die Technik die Religion aus dem Alltag verdrängen, erscheint die Kombination der Vernunft und der Religion kurios. Die Gründe für ein solch misstrauisches Urteil, sind aber nicht schwer zu ermitteln. Es ist nämlich wahr, dass die Anwendung der Vernunft für die Fortentwicklung der Wissenschaften entscheidend ist. Der Geist der „wissenschaftlichen Methode” ist die menschliche Vernunft.

Es sind immer die vernünftigen Annahmen, die die Basis von empirischen Untersuchungen ausmachen und im Anschluss ist es die Vernunft, die im Konflikt der rivalisierenden Interpretationen der Ergebnisse eines Experiments einen Schiedsspruch fällt. Im normativen Kontext ist es die Vernunft, die das Netz der Gesetzmäßigkeit spannt, um Ungleichheiten auf allen sozialen Ebenen Halt zu gebieten.

Vernunft triumphiert, so die populäre Meinung, wo sich die Enden der kausalen Zusammenhänge, die sie mit einander verbindet, in der selben ontologischen Sphäre befinden. Von einem vernünftigen Urteil kann ein anderes mithilfe der Vernunft erreicht werden. Aber was ist, wenn es einmal nicht so ist? In der Religion ist es vor allem der Fall, dass die Vernunft dort ansetzen muss, wo kein anderes vernünftiges Ende eines vernünftigen Zusammenhangs existiert. Der Anfang der Religion, der Glaube, sei ungewiss, die Religion sei also unvernünftig. Der Einwand ist nicht verfehlt, die Erwartung aber freilich. Denn die Vernunft befestigt nicht die kausalen Enden, sie operiert nur als Verbindung der beiden. Die Vernunft kann nie die Quelle sein, sie ist ein Gefährt, das den Weg des Urteils sichert. Es ist daher nicht unzweckmäßig, sie in der Religion anzuwenden, um deduktive Ansätze und Folgerungen zu erstellen und zu überprüfen. Die Vernunft kann in der Religion genauso fruchtbar sein wie in den Wissenschaften. Es überrascht nicht, dass oft vom Vernunftanteil der Religion die Rede ist.

Im Folgenden befasse ich mich zunächst mit dem Glauben, der den Kern der Religion darstellt. Im Anschluss gehe ich auf die Religion ein und untersuche die Rolle der Vernunft in ihr. Da ein religiöses System kein Selbstzweck sein kann, versuche ich schließlich die Frage zu beantworten, welchen Sinn die Vernunft für die spirituelle Entwicklung der Menschen hat.

* * *

Der Glaube entsteht als ein Versuch, die Ursachen und die Ursprünge der Natur zu erklären. Der Glaube selbst besteht aus einem nicht beschreibbaren Kern, kann aber als der schlussendliche und dennoch temporäre Zustand der Zufriedenheit mit dem genannten Erklärungsversuch charakterisiert werden. Diese „geerdete“ Zufriedenheit mit einem Erklärungsversuch ist die Basis eines jeden Glaubens.

Anfänglich sind diese Erklärungsversuche wie Glaubenspunkte im Raum des menschlichen Geistes verteilt, sodass selten eine längere zusammenhängende Kette von Beschreibungen existiert. An dieser Stelle haben wir es noch nicht mit einer Religion zu tun. Sehr bald aber kommen weitere unterstützende Elemente dazu, die die einzelnen Glaubensinhalte umhüllen und sie langsam zu einer Religion werden lassen, indem sie sie miteinander verknüpfen. Bei den Verknüpfungen kann es sich um Weltanschauungen, Sitten, Prophezeiungen, Schriften, Mythen, Bräuche oder Ernennungen von heiligen Stätten handeln. Diese Verknüpfungen kristallisieren sich zwischen den einzelnen Glaubensinhalten und bilden eine homogene Struktur. So wächst der Kern der Religion von innen nach außen. Ungeachtet dessen wie unerklärlich die ursprünglichsten Abgrenzungen zu der Natur bleiben, hängen die weiteren Erklärungsversuche und Verknüpfungen dazwischen kausal voneinander ab.

Der Mensch bleibt im ständigen Austausch mit der Natur. Neue Erfahrungen kann er als Herausforderungen verstehen, während seine Religion ihm dabei als Grundlage dient. Neue Verknüpfungen und Erklärungsversuche entstehen, aber auch neue Prinzipien und Korrekturen der alten. Selten kommen neue Glaubenspunkte der ursprünglichen Sorte dazu. Der Mensch nimmt seine Umgebung wahr und ordnet bestimmten Gegenständen Attribute zu, die zum Teil aus seiner eigenen Wunschvorstellung stammen. Er schreibt Naturerscheinungen Kräfte zu und widmet ihnen seine Hoffnung und Aufmerksamkeit; wie ein Kind mit einer Puppe macht es ein Erwachsener mit einem Stein, einem Stern oder einem Berg. So geht es weiter bis die innere Zufriedenheit wieder gegeben ist, zumindest temporär bis zum nächsten Aufschwung.

In diesem Zusammenhang bleiben zwei Mechanismen weiterhin unerklärt. Der erste ist wie bereits angedeutet der nicht beschreibbare Kern, bestehend aus den ursprünglichsten Sorten des Glaubens. Der Mensch findet diese vor, kann sie aber selbst nicht hervorbringen. Es sind Ideen, die dem Menschen in den Sinn kommen, ihm offenbart werden, deren Offenbarung der Mensch aber nicht erzwingen kann. Der Mensch kann lange verweilen, ohne die Idee zu erfahren, genauso wie er beim Feuer machen mit einem Feuerstein geduldig auf ein Funken hoffen muss. In Ermangelung eines besseren Namens belassen wir es beim „Funken des Glaubens“.

Der zweite Mechanismus ist der Trieb, Schlüsse ziehen zu wollen, die sich in das beschriebene Netz der Verknüpfungen spannen. Dieser deduktive Trieb ist stets aktiv und gibt dem Menschen keinen Frieden. Er verursacht Änderungen innerhalb der Religion und leitet zugleich die Evolution der Religionen in ihrer Gesamtheit in die Wege. Dieser aktive geistige Trieb kann mit der Vernunft des Menschen identifiziert werden.

Weder das Funken des Glaubens noch die Vernunft sind also im Wesen identisch mit dem Menschen, sie stehen ihm aber wie externe Werkzeuge in seinem Inventar zur Verfügung. Was macht der Mensch mit diesen? Er setzt sie ein, das erstere als Basis, die letzteren als Trieb, um sich Momente des Glücks zu verschaffen. Er beschäftigt sich mit dem Alltag, sorgt für Gesundheit, Nachwuchs, Nahrung und Obdach; in der Hoffnung, zu der vollkommenen Zufriedenheit oder zu dem Moment des Glücks zu gelangen. Zufriedenheit durch Wissen über die Natur und über sich selbst. Zeit seines Lebens verbringt er mit der Vorbereitung dieses Glücksmoments. Zwischen Tür und Angel verpasst er oft ihn wahrzunehmen oder wenn es ihm doch gelingt, verdirbt die Vernunft das Glück mit ihrer Erinnerungsbotschaft über die Vergänglichkeit des Augenblicks. Der Glücksmoment fühlt sich nicht so gut an, wie der Mensch es erwartet hat. Er ist enttäuscht, ein Riss ist in seiner Vorstellung entstanden, ein Zweifel ist aufgekommen, der Keim, der die Vernunft gesät hat, ist früher als gedacht gesprosst.

Schuld ist die Vernunft. Sie zeigt den Weg nicht, treibt aber zur Bewegung, zum Umdenken, zur Änderung. Der Mensch versenkt sich in den Rausch, in die Musik, in die Ablenkung der sinnlichen Wahrnehmung, in die Überforderung seines „Verstands“, wo die Vernunft fernbleiben möge und er den Moment der Zufriedenheit und des Glücks verlängern kann. Manche religiösen Praktiken nutzen in der Tat diesen Zugang, andere versuchen die Vernunft zu zähmen, indem sie ihre gedanklichen Erscheinungsbilder in der Meditation erst aufblühen lassen, um sie danach zu ignorieren.

Aber die Vernunft bleibt hartnäckig. Wie eine treue Hündin bellt sie den trunkenen Herren am Boden an, zieht sein Gewand in jede Richtung. Wehe, wenn er sich nicht entwickeln und den bequemen bekannten Zustand nicht verlassen will. Der Mensch bleibt im ständigen Kampf inmitten der Zufriedenheit und dem Wunsch nach Aufbruch, dann fällt er müde wieder zurück in die alte Zufriedenheit, in den alten Glauben.

Die Vernunft ist aber auch attraktiv. Wie oft steht der Mensch ohne Funken, ohne Muse, ohne Offenbarung da und sieht den einzigen Ausweg im Folgen der Vernunft. Die Vernunft kennt den Weg aber nicht. Das wissen nur wenige, lassen sich von ihr dennoch verleiten, wie die vielen anderen auch. Buddha hat sie „ein schöner Diener aber ein gefährlicher Herr“ genannt. Ohne das Funken der Offenbarung ist der Mensch hilflos.

Der Mensch überquert die Glaubenslandschaft vom Animismus über den Polytheismus bis hin zum Monotheismus. Der Weg ist lang und beschwerlich für das Individuum wie auch für die ganze Menschheit. Aber die Vernunft ist weiterhin das Richtige, wenn nicht das einzige Werkzeug, das der Mensch bei sich hat, um zu der Erklärung zu gelangen, bei der, die meisten Wünsche und Vorstellungen gebündelt sind. Ein Erklärungsversuch, in dem, der Mensch die Urquelle der Natur begründen kann. Ein Erklärungsversuch für die größte Zufriedenheit und für die längste Zeit, in der er verweilen kann, ohne von der Vernunft selbst wieder gedrängt zu werden, seine Religion zu verändern. Die Vernunft bleibt das richtige Werkzeug, um zum Monotheismus zu gelangen.

Hermann Cohen zeigt, wie der Mensch innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft zum Monotheismus kommen und darüber hinaus auf der Basis des ethischen Monotheismus eine vollkommene Religion erbauen kann. Es handelt sich hier um ein klares Erfolgsbeispiel für die Anwendung der Vernunft in der Religion. Dabei hält Cohen an der Einzigkeit Gottes als Inhalt des Monotheismus fest, nicht an seiner Einheit. In Polytheismus haben die vielen Götter ein Verhältnis mit der Natur in ihren verschiedenen Erscheinungsformen und Kräften. Die Einheit muss auch die Beziehung des monotheistischen Gottes mit der Natur erklären und daher mehr sein als nur die Vielheit. Was die Einheit nicht vollbringen kann, bleibt als Aufgabe für die Einzigkeit, die sich der Natur gegenüberstellt. [1]

Durch seine Einzigkeit steht Gott also im Verhältnis mit der Natur. Cohen sucht nach diesem Verhältnis in den Quellen des Judentums und in der Geschichte Israels, wo spätestens der Monotheismus aus dem Polytheismus heraus entstanden ist. Der Monotheismus strahlt mit einer Kraft, die es erlaubt, den alten pluralen Gottesbegriff Elohim (אֱלֹהִים) an der Seite des neuen Gottesbegriffs JHWH (יהוה) zu verwenden, so wie Gott sich Mose im Dornbusch offenbart hat. Der neue Gottesname, der die Wurzeln im Wort „Sein“ hat,[2] ist der Schlüssel zu dem Verhältnis von Gott und Natur, und zwar durch den Schöpfungsakt.[3]

Xenophanes bringt Sein, Einheit und Kosmos in Verbindung. Der Begriff Gottes entsteht in Wechselwirkung zwischen Sein und Einheit. Dieselbe Einheit steht in Verbindung mit dem Kosmos oder der Natur. Gott und die Welt sind beide Einheiten, und zwar dieselben; so kann der negative Begriff der Einheit den Menschen nicht weiter begleiten, wie es im griechischen Pantheismus der Fall war. Die Einheit bezeichnet die Differenz zum Polytheismus, kann aber die Identität von Gott und Welt nicht ausschließen. Sobald die Einheit den Gegensatz zur Zusammengesetztheit bedeuten soll, schreibt uns der Vernunftanteil der Religion vor, dass der tiefste Sinn des Monotheismus nicht die Einheit sein kann. Stattdessen ist die strenge Identität von Gott und Sein gefragt. So kann die Einzigkeit als ein positiver Begriff definiert werden. Nur Gott hat Sein, nur Gott ist Sein, die Welt ist Schein. Es gibt nur eine Art von Sein, Gott ist dieses einzige Sein, Gott ist der Einzige.[4] „Höre Israel! Der Ewige, unser Gott, der Ewige ist eins.“ [5] oder „Sprich! Er ist Gott, ein Einziger.“[6] oder „Und euer Gott ist ein einziger Gott, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Erbarmer, dem Barmherzigen.“[7]

Die Einzigkeit besteht in der Unvergleichbarkeit und ist viel mehr als nur Einfachheit als Gegensatz zur Zusammengesetztheit. Das Sein Gottes geht auf keine Mischung mit dem sinnlichen Dasein ein. Das Sein Gottes ist in Raum und Zeit schrankenlos.

“Er ist der Erste und der Letzte, der Sichtbare und der Verborgene. Und Er weiß über alle Dinge Bescheid.”[8]

„Sein Ruhen, sein Beharren ist aber der Urgrund der Bewegung.“[9]

Cohen merkt an, dass die Kausalität der Natur auch die Kausalität der Sittlichkeit zur Folge hat. Der Einzige Gott ist der Ursprung des Guten und des Bösen, da es keine zwei gleichwertigen Arten des Seins geben kann. Genauso begründet sich aus dem Unterschied zwischen der Einheit und der Einzigkeit der Unterschied zwischen dem Dualismus und der Trinität im Monotheismus. Auch hier kann es nicht mehrere Arten des Seins geben, das diktiert die Vernunft.[10]

„O ihr Leute des Buches, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt über Gott nur die Wahrheit. Christus Jesus, der Sohn Marias, ist doch nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das Er zu Maria hinüberbrachte, und ein Geist von Ihm. So glaubt an Gott und seine Gesandten. Und sagt nicht: Drei. Hört auf, das ist besser für euch. Gott ist doch ein einziger Gott. Preis sei Ihm, und erhaben ist Er darüber, daß Er ein Kind habe. Er hat, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Und Gott genügt als Sachwalter.“[11]

Die Vernunft kann den Mensch also weit bringen. Die wichtigste Aufgabe der Vernunft in der Religion war, den Weg des Menschen hin zum Monotheismus zu durchleuchten. Alle anderen Stationen davor wären allein unzureichend gewesen. Die Erkenntnis über den Monotheismus ist das größte Kapital des Menschen auf dem Wege seiner spirituellen Entwicklung. Von diesem Aussichtspunkt kann er auf das breite Feld der Erkenntnis hinausblicken, die Welt erklären und sich vertiefen. Das hat der Mensch, seiner Vernunft zu verdanken.

Die Vernunft kann immer dem Menschen als Gerüst oder als Gehhilfe beistehen. Sie kann zwar den Weg nicht zeigen, kann aber die kausale Kette der Konsequenzen beleuchten. Den Weg geht der Mensch selbst. Die Vernunft erweckt ihn und folgt ihm auf den Wegen und Irrwegen. Die Vernunft gibt den Schwung für die Bewegung, die Kraft dafür erhält der Mensch aus einer anderen Quelle. Die Aufgabe der Vernunft ist, den Mensch zur Bewegung zu animieren. Durch seinen Willen überschreitet der Mensch die Entscheidungsschwelle und nimmt seine Bewegung auf. Dabei ist ihm die Kraft nicht eigen, er bewegt sich nur im Anziehungsfeld des einzigen Seins.

Im Grunde muss der Mensch sich nur für eine Bewegung entscheiden, ungeachtet dessen in welche Richtung. Durch die Anziehung Gottes findet er die Kraft für seinen spirituellen Werdegang. Er darf nur nicht stehenbleiben, die Schechina[12] ist für das Sein Gottes; nur Gottes Sein kann beharren und bestehen, alles andere Sein ist in Bewegung und beschränkt. So wie das Wasser den Berg hinab in das Tal fließt: um den einen oder anderen Stein, rechts oder links, hinter einem Damm und sogar hoch hinauf. Die Richtung ist nicht maßgebend, die Bewegung selbst und vor allem der Wille dazu aber schon. Schritt für Schritt sucht der Mensch seinen Gott in der Natur, in anderen Menschen und schließlich in Göttern:

„Sprich! Ich suche Zuflucht beim Herren der Menschen, dem König der Menschen, dem Gott des Menschen“[13].

Polytheismus wäre dann kein Problem und „Götzenanbetung“ nicht der Rede wert, solange sich der Mensch unermüdlich weiterentwickeln würde. Je seltener er stehenbleibt, desto mehr hat er den Wunsch zu gehen. Je seltener er sich mit dem Hier und Jetzt zufrieden gibt, desto stärker wird sein Wille für die Änderungen sein. Je seltener er sich in der Welt berauscht, desto heller klingt für ihn der göttliche Ruf. Je leichter die Bürde auf seinen Schultern liegt, desto flinker ist sein Aufbruch.

Gegenüber dem einen, einzigen Sein Gottes steht, wie bereits erwähnt, die Vielheit der Natur. Diese Vielheit ist jedoch eine vollkommene Vielheit; allein die Gegenüberstellung zum Sein Gottes verlangt es ihr ab. Sie gibt den Menschen ausreichenden Anlass, um im Hier und Jetzt zu verweilen. Dagegen kann der Mensch die Welt absagen, so machen es Mönche und Asketen. Er kann aber auch für die Welt danksagen, deren Vielheit für ihn ein kontinuierlicher und vielleicht einziger begreifbarer Beweis unter seinen Füßen ist; ein Beweis für die Einzigkeit Gottes. Indem er das viele Sein betrachtet, findet er Zugang zu dem einzigen Sein Gottes.

Was kommt nach der Einzigkeit Gottes? Die Vernunft weiß nicht mehr zu helfen, sie ist verzweifelt, sie hat den Menschen bis zum Gipfel treu begleitet, der Mensch ist wehmütig und kann sie nicht verlassen. Aber wohin? Dorthin, wo der Mensch nur allein über die Schwelle treten kann. Nach der Erkenntnis über die Einzigkeit Gottes kommt der Ruf:

„Als er dort ankam, wurde ihm zugerufen: Gesegnet sei der, der im Feuer und der in seiner Umgebung ist, und Preis sei Gott, dem Herrn der Welten! O Mose, Ich bin, ja Ich bin Gott, der Mächtige, der Weise.“[14]

Ein Ruf, ein „Höre!“, ein „Sage!“ aber nicht ein „Sieh!“. Das Auge ist ein Werkzeug für die Welt der Vielheit, es sieht vieles, aber das Ohr hört nur eines und ist so geeigneter für die Begegnung mit der Einheit. Das Feuer steht im Kontrast zu der dunklen Nacht, strahlt, um die Augen zu zähmen[15], das Ohr hört den Ruf.

Den Ruf hört der Mensch überhaupt nur, wenn er im Sein der Vielheit das Sein der Einheit sucht und aus dem Sein der Einheit, das Sein der Einzigkeit schließt. Den Ruf hört der Mensch überhaupt nur, wenn er die Dinge nicht als Objekte betrachtet, sondern mit ihnen im Dialog steht, wenn er die Gegenstände der Es-Welt in die der Du-Welt transformiert, wenn er mit denen in Ich-Du-Beziehung tritt, wenn er inmitten des vielen Du das eine Du sucht.“ Die verlängerten Linien der Beziehungen schneiden sich im ewigen Du. Jedes einzelne Du ist ein Durchblick zu ihm. Durch jedes einzelne Du spricht das Grundwort das Ewige an.”[16]

Dies geschieht weniger durch die Askese, sondern mehr durch die Aufmerksamkeit. Überhaupt hat der Mensch nichts anderes außer seiner Aufmerksamkeit, wenn er vor denjenigen tritt, der ihm vollkommen überlegen ist. Die Opfergaben sind nicht für Götter, sie sind von den Menschen für die Menschen, und zwar als Zeichen ihrer Aufmerksamkeit gegenüber diesen. Der Mensch opfert was ihm wichtig ist, seine Nahrung oder sein Vieh, um ein Zeichen für seine Aufmerksamkeit zu setzen. Seine Aufmerksamkeit ist die einzige gültige Währung im Austausch mit den Mächtigen. Und im Austausch mit Gott, im Austausch mit dem ewigen Du, hat er das wertvollste darzubieten, über das er verfügt: seine Lebenszeit. Er opfert sie, um Ihm zu dienen, an Ihn zu denken, Ihn zu rufen, Ihn zu nennen.

“Und Ich habe die Djinn und die Menschen nur dazu erschaffen, daß sie Mir dienen.”[17]

Die Belohnung für diese Opfergabe ist groß, sie ist der Ruf, sie ist die Rückkehr.

Den Ruf hört der Mensch nicht mit seiner Vernunft, er hört ihn mit seinem Wesen. Die Hüterin der Es-Welt ist die Vernunft, sie ist selbst ein Teil der vollkommenen Vielheit. Es ist schwer sich von ihr zu verabschieden. Auch der Weg der Askese ist kein geeigneter dafür, die Vernunft lauert überall und überfällt den Menschen bei jeder Gelegenheit, beschwerlich ist der Weg und das Glück kurzlebig. Es bleibt dem Menschen nur noch, dass er den Kampf mit der Vernunft sein lässt, dass er das “Es” der Vernunft erkennt, um mit ihm und mit allem anderen Es den Weg zum ewigen Du zu gehen.

„Hinkend, krank, schäbig und unhöflich, kriech zu Ihm und verlange nach Ihm!“[18]

Die Rückkehr zu Gott ist eine starke Symbolik. In Wirklichkeit ist der Mensch nirgends hingegangen, er war immer da. Mit dem Sein Gottes als dem einzigen Sein, ist es jedoch besser zu sagen, dass Gott immer da und überall ist: Wo der Mensch ist, ist Er auch.

„Wir haben doch den Menschen erschaffen und wissen, was ihm seine Seele einflüstert. Und Wir sind ihm näher als die Halsschlagader.“[19]

Für eine Rückkehr ist ein anfänglicher Abstand nötig. Diesen Abstand hat es aber nie gegeben. Es sind die verschiedenen Etappen des Lebens, die dem Menschen einen solchen Abstand suggerieren. Das Ziel alles endlichen Seins ist das eine Sein. Das Schicksal aller Menschen ist bei Gott, ob sie zu ihm zurückwollen oder nicht, ob sie das Ewige Du in Ihm erkennen oder nicht: „Wir gehören Gott, und wir kehren zu Ihm zurück.”[20] Alles Sein wird von Ihm angezogen. Alles bewegt sich zu Ihm. Alles Leben lebt mit Ihm:

„Wahrlich, Wir allein machen wieder lebendig und lassen sterben. Und zu Uns führt der Lebensweg.“[21]

Das eine Ende der Beziehung ist die Unendlichkeit, das andere Ende der Mensch und die Endlichkeit. Die Vielheit ist bedingt durch das einzige Sein. Nicht nur der Mensch, auch nicht seine Vernunft, selbst die Kraft zum Gehen ist bedingt durch Gott und kommt von Ihm. Die Kraft zum Gehen ist die Kraft für die Suche, für die Aufrechterhaltung der Ich-Du-Beziehung. Von Ihm ausgestrahlt, gibt er Ihm zurück, nicht um Ihn stolz zu bestrahlen, sondern Ihm ein schwaches Lebenszeichen zu geben. Menschen sind wie Staubpartikel in der Luft: die goldenen spiegeln das Sonnenlicht, die dunklen nicht, schließlich fallen alle zurück auf den Boden. Das Wesen der Ich-Du-Beziehung ist eben diese unscheinbare Reflektion der Ausstrahlung des einzigen Seins, durch die der Mensch für einen Augenblick das wahre Sein erleben kann. Sehr kurz ist die Zeit bevor der Mensch wieder zu Ihm zurückmuss, bevor alles zu Ihm zurückmuss.

Aber warum kann der Mensch Gott vergessen? Wie kommt es, dass er wie dunkle Partikel verstreut zum eigenen Ursprung zurückkommt, ohne mit Gott in einem Dialog zu stehen? Ohne sein Licht zu reflektieren? Der Mensch hat kein Sein, es gibt nur ein Sein und das ist Gottes Sein. Der Mensch hat alles von Ihm, die Welt um sich, seinen Körper, seine Vernunft. Selbst seinen Geist hat er von Ihm:

“Wenn Ich ihn geformt und ihm von meinem Geist eingeblasen habe, dann fallt und werft euch vor ihm nieder.”[22]

Ob der Mensch sich jemals der Ehre dieser Position bewusst sein wird? Der Geist des Menschen ist schöpferisch, findet Wege und Auswege, kombiniert die zerstreute Vielheit, um damit kleine Einheiten zu bilden, in der Musik, in der Plastik und in der bildenden Kunst. Er lernt, sie zu nutzen, sie mit seiner Vernunft zusammenzufügen oder auseinanderzunehmen. Er lernt, lehrt und ist lernfähig. Seine materiellen und intellektuellen Erfolge begeistern ihn, erfüllen ihn mit Stolz, so wie einst Gott seine Schöpfung:

„Dann schufen Wir den Tropfen zu einem Embryo, und Wir schufen den Embryo zu einem Fötus, und Wir schufen den Fötus zu Knochen. Und Wir bekleideten die Knochen mit Fleisch. Dann ließen Wir ihn als eine weitere Schöpfung entstehen. Gott sei gesegnet, der beste Schöpfer!“[23]

So dem Menschen seine Schöpfung, so Gott Seine Schöpfung! Mit der Schöpfung kommt aber auch der Wille. Er kann “Ja” sagen, bedingt durch das “Ja” Gottes, er kann “Nein” sagen, bedingt durch das “Nein” Gottes. Hier und da kann er mehr oder minder Dinge bewirken und an der eigenen schwachen Ausstrahlung Vergnügen finden, aber nirgends kann er so gut seinen Willen besser einsetzen als bei der Hingabe seiner eigenen Aufmerksamkeit. Diese kann er dem schenken, wie es seinem Willen entspricht. Seine Aufmerksamkeit, die einzig gültige Währung im Austausch mit seinem Überlegenen, schenkt er in seiner kurzen Lebenszeit, die sein knappes Kapital ist, den glitzernden Früchten eigener Schöpfung. Was für ein Verlustgeschäft! Und er wird von Ihm angezogen und seine Lebenszeit vergeht.

„Der Mensch erleidet bestimmt Verlust, außer denjenigen, die glauben und die guten Werke tun, und einander die Wahrheit nahelegen und die Geduld nahelegen.“[24]

In seinen tieferen Momenten, in denen seine Schöpfung nicht blüht, in denen seine Aufmerksamkeit nicht gerichtet ist, fühlt er die Anziehung Gottes und mit der Vernunft an seiner Seite kreiert er kraft seines Vorstellungsvermögens Gottheiten für sich; er ist selig über die Gebetsrituale, stolz über seine Opfergaben und ehrfürchtig über das eigene Werk. Seine Vernunft knüpft hier und da an das Netz seines Werkes an und er wird zu Ihm gezogen und seine Lebenxszeit vergeht.

Oder er spürt die göttliche Kraft, fühlt Seine Ausstrahlung und wendet sich zu Ihm. Er ist jetzt nicht mehr einer von „ihnen”, er weiß, dass er nicht hier hingehört, dass er gehen muss. Er wendet seine Schöpfungskraft an, um sich auf Gott zu konzentrieren, zieht seine Vernunft hinterher, um seine Aufmerksamkeit für Gott zu bekräftigen. Er strahlt jetzt selbst durch die Reflexion des göttlichen Lichts. Er blüht auf. Er zieht an. Aber dieser Anteil der göttlichen Ausstrahlung, den er sich zu eigen gemacht hatte, reicht nicht aus. Er wird müde. Es mangelt ihm an Kraft, um die Aufmerksamkeit von Gott zu bewahren, mit Ihm in einem Dialog zu stehen. Er wendet sich ab und bleibt stehen. Sucht Zuflucht zu anderen Ideen und zu seiner Vernunft und sie dient ihrem Herrn treu. Manchmal schafft er es wieder hinaufzugehen und wieder anzufangen und der Kreis schließt sich erneut. Und er wird von Ihm angezogen und seine Lebenszeit vergeht.

Oder er spürt die göttliche Kraft, fühlt Seine Ausstrahlung und wendet sich zu Ihm, gleitet aber im Anziehungsfeld Gottes. Er vergisst sich, seinen Willen, seine Vernunft und seine eigene reflektierte Ausstrahlung. Er löst die eigene Schöpfung auf. Er denkt nur an Ihn, er ist jetzt ganz Du und nicht mehr Ich. Er nimmt die Kraft von Ihm, um zu Ihm zu gehen. Er lobt Ihn, betet Ihn an, er sehnt sich nach Ihm. Wenn ihm in seiner Endlichkeit die Kraft ausbleibt, ruft er Ihn zur Hilfe, um herauszukommen.

„Er ist Gott, über die Erde und Himmel. Wir verehren Ihn, den höchsten erhabenen Schöpfer, die Quelle des Lichtes, Vernichter aller Unwissenheit und Untugenden. Möge dieses Licht unseren Geist erleuchten.“ [25]

Oder:

„Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“[26]

Oder:

„Lob sei Gott, dem Herrn der Welten, Der Verfügungsgewalt besitzt über den Tag des Gerichtes! Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, die Du begnadet hast, die nicht dem Zorn verfallen und nicht irregehen.“ [27]

Er ruft so lange, bis er das Feuer sieht, bis er gerufen wird. Die Vernunft kommt mit ihm an seine Seite, leitet ihn aber nicht mehr. Und er wird zu Ihm angezogen und seine Lebenszeit vergeht, aber jetzt fällt er nicht mehr zurück, der Mensch ist da und Gott ist da. Und das ist der Anfang.

* * *

Es ist nicht die Religion, die vernünftig sein kann, vernünftig kann nur der Mensch sein. Für die Religion spielt die Vernunft die wichtigste Rolle. Sie ist das Gerüst, durch das die Religion entsteht. Für den spirituellen Werdegang des Menschen aber ist die Vernunft unerheblich. Ja, es geht auch ohne Vernunft, wenn es um das Ganze geht. Das Sein Gottes zieht alle zu sich. Ja, es geht auch ohne Religion, wenn der Mensch loszulassen lernt, wenn er das Nichtstehenbleiben lernt. Aber so sind die Menschen eben nicht. Ihre Begrenztheit und ihre Endlichkeit macht sie anfällig. Er bleibt von den Irrwegen nicht verschont. So enthält die vollkommene Welt der Vielheit auch die Vernunft, damit der Mensch sie zur Hilfe nehmen kann, während er zu Ihm angezogen wird und seine Lebenszeit vergeht.

Fussnoten

    1. vgl. Hermann Cohen, Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums. Marix Verlag, 2008 Wiesbaden, Kapitel 1, §1 – 4.
    2. hebr. היה, ähnlich wie arab. حی
    3. vgl. Hermann Cohen, a. a. O., § 8.
    4. vgl. Hermann Cohen, a. a. O., § 9 – 11.
    5. Freie Übersetzung aus dem Hebräischen:שְׁמַע יִשְׂרָאֵל יְהוָה אֱלֹהֵינוּ יְהוָה אֶחָד
    6. A. Th. Khoury, Der Koran (arab./dt.), Gütersloher Verlagshaus, 2001 Gütersloh, 112:1.قُلْ هُوَ اللَّـهُ أَحَدٌ
    7. ebd. 2:163وَإِلَـٰهُكُمْ إِلَـٰهٌ وَاحِدٌ لَّا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ الرَّحْمَـٰنُ الرَّحِيمُ
    8. ebd. 57:3هُوَ الْأَوَّلُ وَالْآخِرُ وَالظَّاهِرُ وَالْبَاطِنُ وَهُوَ بِكُلِّ شَيْءٍ عَلِيمٌ
    9. vgl. Hermann Cohen, a. a. O., § 14 – 20.
    10. vgl. ebd. § 21 – 24.
    11. A. Th. Khoury, a. a. O., 4:171يَا أَهْلَ الْكِتَابِ لَا تَغْلُوا فِي دِينِكُمْ وَلَا تَقُولُوا عَلَى اللَّـهِ إِلَّا الْحَقَّ ۚ إِنَّمَا الْمَسِيحُ عِيسَى ابْنُ مَرْيَمَ رَسُولُ اللَّـهِ وَكَلِمَتُهُ أَلْقَاهَا إِلَىٰ مَرْيَمَ وَرُوحٌ مِّنْهُ فَآمِنُوا بِاللَّـهِ وَرُسُلِهِ وَلَا تَقُولُوا ثَلَاثَةٌ انتَهُوا خَيْرًا لَّكُمْ إِنَّمَا اللَّـهُ إِلَـٰهٌ وَاحِدٌ ۖ سبْحَانَهُ أَن يَكُونَ لَهُ وَلَدٌ ۘ لَّهُ مَا فِي السَّمَاوَاتِ وَمَا فِي الْأَرْضِ ۗ وَكَفَىٰ بِاللَّـهِ وَكِيلًا
    12. hebr. שְׁכִינָה, ähnlich wie arab. سکینه
    13. A. Th. Khoury, a. a. O., 114:1 bis 3قُلْ أَعُوذُ بِرَبِّ النَّاسِ، مَلِكِ النَّاسِ، إِلَـٰهِ النَّاسِ
    14. A. Th. Khoury, a. a. O., 27: 8 und 9
      فَلَمَّا جَاءَهَا نُودِيَ أَن بُورِكَ مَن فِي النَّارِ وَمَنْ حَوْلَهَا وَسُبْحَانَ اللَّـهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ، يَا مُوسَىٰ إِنَّهُ أَنَا اللَّـهُ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ
    15. Es ist üblich, beim Rezitieren des “Höre Israel!…” die Augen mit der rechten Hand zu bedecken.
    16. Martin Buber, Ich und Du, Lambert Schneider Verlag, 1974 Heidelberg, 91.
    17. A. Th. Khoury, a. a. O., 51:56
      وَمَا خَلَقْتُ الْجِنَّ وَالْإِنسَ إِلَّا لِيَعْبُدُونِ
    18. Rumi, Mathnawi ya Manawi, Bd. 3, Kap. 37. Freie Übersetzung aus dem Persischen.لنگ و لوک و چفته ‌شکل و بی‌ادب، سوی او می‌غیژ و او را می‌طلب
    19. ebd., 50:16وَلَقَدْ خَلَقْنَا الْإِنسَانَ وَنَعْلَمُ مَا تُوَسْوِسُ بِهِ نَفْسُهُ وَنَحْنُ أَقْرَبُ إِلَيْهِ مِنْ حَبْلِ الْوَرِيدِ
  1. A. Th. Khoury, a. a. O., 2:156إِنَّا لِلَّـهِ وَإِنَّا إِلَيْهِ رَاجِعُونَ
  2. ebd., 50:43إِنَّا نَحْنُ نُحْيِي وَنُمِيتُ وَإِلَيْنَا الْمَصِيرُ
  3. ebd. 15:29 und Wiederholung in 38:72: Gott befiehlt den Engeln, den Menschen, die Krone Seiner Schöpfung zu respektieren.
    فَإِذَا سَوَّيْتُهُ وَنَفَخْتُ فِيهِ مِن رُّوحِي فَقَعُوا لَهُ سَاجِدِينَ
  4. ebd. 23:14ثُمَّ خَلَقْنَا النُّطْفَةَ عَلَقَةً فَخَلَقْنَا الْعَلَقَةَ مُضْغَةً فَخَلَقْنَا الْمُضْغَةَ عِظَامًا فَكَسَوْنَا الْعِظَامَ لَحْمًا ثُمَّ أَنشَأْنَاهُ خَلْقًا آخَرَ، فَتَبَارَكَ اللَّـهُ أَحْسَنُ الْخَالِقِينَ
  5. ebd. 103:2 und 3إِنَّ الْإِنسَانَ لَفِي خُسْرٍ، إِلَّا الَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ وَتَوَاصَوْا بِالْحَقِّ وَتَوَاصَوْا بِالصَّبْرِ
  6. Gayatri Mantra, Rig Veda (Mandala 3.62.10). Freie Übersetzung.
    ॐ भूर्भुवः स्वः । तत्सवितुर्वरेण्यं । भर्गो देवस्य धीमहि । धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
  7. Matthäusevangelium 6, 9 bis 13.
  8. vgl. A. Th. Khoury, a. a. O., 1:2 bis 7الْحَمْدُ لِلَّـهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ، الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ، مَالِكِ يَوْمِ الدِّينِ، إِيَّاكَ نَعْبُدُ وَإِيَّاكَ نَسْتَعِينُ، اهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَقِيمَ، صِرَاطَ الَّذِينَ أَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ، غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ، وَلَا الضَّالِّينَ

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