Die Rolle der Vernunft in der Religion

DASS EINE Religion vernünftig sein kann, ist nicht immer selbsterklärend. Aus der modernen Sicht, in der die Wissenschaften und die Technik die Religion vom Alltag verdrängen, erscheint die Kombination der Vernunft und der Religion kurios. Die Gründe für ein solch misstrauisches Urteil sind aber nicht schwer zu ermitteln. Es ist nämlich wahr, dass die Anwendung der Vernunft für die Fortentwicklung der Wissenschaften entscheidend ist. Der Geist der “wissenschaftlichen Methode” ist die menschliche Vernunft.

Es sind immer die vernünftigen Annahmen, die die Basis von empirischen Untersuchungen ausmachen und im Anschluss ist es die Vernunft, die im Konflikt der rivalisierenden Interpretationen der Ergebnisse eines Experiments einen Schiedsspruch fällt. Im normativen Kontext, es ist die Vernunft, die das Netz der Gesetzmässigkeit spannt, um Ungleichheiten auf allen sozialen Ebenen Halt zu gebieten.

Vernunft triumphiert, so die populäre Meinung, wo die Enden der kausalen Zusammenhänge, die sie mit einander verbindet, sich in der selben ontologischen Sphäre befinden. Von einem vernünftigen Urteil kann ein anderes mithilfe der Vernunft erreicht werden. Aber was wenn es einmal nicht so ist? In der Religion vor allem ist es der Fall, dass die Vernunft dort ansetzen muss, wo kein anderes vernünftiges Ende eines vernünftigen Zusammenhangs existiert. Der Anfang der Religion, der Glaube, sei ungewiss, die Religion sei also unvernünftig. Der Einwand ist nicht verfehlt, die Erwartung aber freilich. Denn die Vernunft befestigt nicht die kausalen Enden, sie operiert nur als Verbindung der beiden. Die Vernunft kann nie die Quelle sein, sie ist ein Gefährt, das den Weg des Urteils sichert. Es ist daher nicht unzweckmässig, sie in der Religion anzuwenden, um deduktiv Ansätze und Folgerungen zu erstellen und zu überprüfen. Die Vernunft kann in der Religion genauso fruchtbar sein wie in den Wissenschaften. Es überrascht nicht, dass es oft vom Vernunftanteil der Religion die Rede ist.

Im Folgenden befasse ich mich zunächst mit dem Glauben, der den Kern der Religion darstellt. Im Anschluss gehe ich auf die Religion ein und untersuche die Rolle der Vernunft in ihr. Da ein religiöses System kein Selbstzweck sein kann, versuche ich schließlich die Frage zu beantworten, welchen Sinn die Vernunft für die spirituelle Entwicklung der Menschen hat.

* * *

Der Glaube entsteht als ein Versuch, die Ursachen und die Ursprünge der Natur zu erklären. Der Glaube selbst besteht aus einem nicht beschreibbaren Kern, kann aber als der schlussendliche, dennoch temporäre Zustand der Zufriedenheit mit dem genannten Erklärungsversuch charakterisiert werden. Diese „geerdete“ Zufriedenheit mit einem Erklärungsversuch ist die Basis eines jeden Glaubens.

Anfänglich sind diese Erklärungsversuche wie Glaubenspunkte im Raum des menschlichen Geistes verteilt, so dass selten eine längere zusammenhängende Kette von Beschreibungen existiert. An dieser Stelle haben wir noch nicht mit einer Religion zu tun. Sehr bald aber kommen weitere unterstützende Elemente dazu, die die Einzelnen oder Gruppen von Glaubenspunkten umhüllen und sie langsam zu einer Religion werden lassen, indem sie diese miteinander verknüpfen. Bei den Verknüpfungen kann es sich um Weltanschauungen, Sitten, Prophezeiungen, Schriften, Mythen, Bräuche oder Ernennungen von heiligen Stätten handeln. Diese Verknüpfungen kristallisieren sich zwischen den Glaubenspunkten und bilden alsdann eine homogene Struktur. So wächst der Kern der Religion von innen nach außen. Ungeachtet dessen, wie unerklärlich die ursprünglichsten Abgrenzungen zu der Natur bleiben, hängen die weiteren Erklärungsversuche und die Verknüpfungen dazwischen kausal von einander ab.

Der Mensch bleibt im ständigen Austausch mit der Natur. Neuen Erfahrungen kann er als Herausforderung gegenüberstehen, während seine Religion ihm als Grundlage dient. Neue Verknüpfungen und Erklärungsversuche entstehen, aber auch neue Prinzipien und Korrekturen der alten. Noch seltener aber sicher kommen neue Glaubenspunkte der ursprünglichen Sorte dazu: der Mensch nimmt seine Umgebung wahr und ordnet bestimmten Gegenständen Attributen zu, die zum Teil aus seiner eigenen Wunschvorstellung stammen. Er schreibt Naturerscheinungen Kräfte zu und widmet ihnen seine Hoffnung und Aufmerksamkeit, wie ein Kind mit einer Puppe so ein Erwachsener mit einem Stein, ein Stern oder ein Berg. So geht es weiter bis die innere Zufriedenheit wieder entsteht, zumindest temporär, bis zum nächsten Aufschwung.

In diesem Zusammenhang bleiben zwei Mechanismen weiterhin unerklärt. Der erste wie bereits angedeutet, ist der nicht beschreibbare Kern, bestehend aus den ursprünglichsten Sorten des Glaubens. Der Mensch findet diese vor, kann sie aber selbst nicht hervorbringen. Es sind Ideen, die dem Menschen in den Gedanken kommen, ihm offenbart werden, deren Offenbarung der Mensch aber nicht erzwingen kann. Der Mensch kann lange verweilen, ohne die Idee zu erfahren, genau so wie er beim Feuer machen mit Feuerstein geduldig auf ein Funkeln hofft. In Ermanglung eines besseren Namens belassen wir es mit dem Funkeln des Glauben.

Der zweite Mechanismus ist der Trieb, Schlüsse ziehen zu wollen, die sich in das beschriebene Netz der Verknüpfungen spannen. Dieser deduktive Trieb ist stets aktiv und gibt dem Menschen keinen Frieden. Er verursacht Änderungen innerhalb der Religion, leitet zugleich die Evolution der Religionen in ihrer Gesamtheit in die Wege. Dieser aktive geistige Trieb kann mit der Vernunft des Menschen identifiziert werden.

Weder das Funkeln des Glauben noch die Vernunft sind also im Wesen identisch mit dem Menschen, stehen ihm aber wie externe Werkzeuge in seinem Inventar zur Verfügung. Was macht der Mensch mit denen? Er setzt sie ein, den ersten als Basis, den letzteren als Trieb, um Momente des Glücks zu verschaffen. Er beschäftigt sich mit dem Alltag, sorgt für Gesundheit, Nachwuchs, Nahrung und Obdach, in der Hoffnung, zu der vollkommenen Zufriedenheit oder zu dem Moment des Glücks zu erlangen. Zufriedenheit mit dem Wissen über die Natur und über sich. Zeit seines Lebens verbringt er mit der Vorbereitung dieses Glücksmoments. Zwischen Tür und Angel, verpasst er ihn oft wahrzunehmen oder wenn es ihm doch gelingt, verdirbt die Vernunft das Glück mit ihrer Erinnerungsbotschaft über die Vergänglichkeit des Augenblicks. Der Glücksmoment fühlt sich nicht so gut an wie der Mensch erwartet hat. Er ist enttäuscht, ein Riss ist in seiner Vorstellung entstanden, ein Zweifel ist aufgekommen, der Keim, der die Vernunft gesät hat, ist früher als gedacht gesprosst.

Schuld ist die Vernunft. Sie zeigt den Weg nicht, treibt aber zur Bewegung, zum Umdenken, zur Änderung. Der Mensch versenkt sich in den Rausch, in die Musik, in die Ablenkung der sinnlichen Wahrnehmung, in die Überforderung seines „Verstands“, möge die Vernunft fern bleiben und er den Moment der Zufriedenheit und des Glücks verlängern kann. Manche religiöse Praktiken nutzen in der Tat diesen Zugang, andere versuchen die Vernunft zu zähmen, indem sie ihre gedanklichen Erscheinungsbilder in der Meditation erst aufblühen lassen, um sie danach zu ignorieren.

Aber die Vernunft bleibt hartnäckig. Wie eine treue Hündin bellt sie den trunkenen Herren am Boden an, zieht sein Gewand in jede Richtung, Wehe wenn er sich nicht entwickeln, den bequemen bekannten Zustand nicht verlassen will. Der Mensch bleibt im ständigen Kampf inmitten der Zufriedenheit und dem Wunsch zum Aufbruch, dann fällt er müde wieder zurück in die alte Zufriedenheit, in den alten Glauben.

Die Vernunft ist aber auch attraktiv. Wie oft steht der Mensch ohne Funkeln, ohne Muse, ohne Offenbarung da und sieht den einzigen Ausweg im Folgen der Vernunft. Die Vernunft kennt den Weg aber nicht. Das wissen nur wenige, lassen sich von ihr dennoch verleiten, wie die vielen anderen auch. Buddha hat sie „ein schöner Diener aber ein gefährlicher Herr“ genannt. Ohne das Funkeln der Offenbarung ist der Mensch hilflos.

Der Mensch überquert die Glaubenslandschaft von Animismus, durch Polytheismus bis hin zu Monotheismus. Der Weg ist lang und beschwerlich, für das Individuum wie auch die ganze Menschheit. Aber die Vernunft ist weiterhin das richtige, wenn nicht das einzige Werkzeug, das der Mensch bei sich hat, um zu der Erklärung zu gelangen, wo die meisten Wünsche und Vorstellungen gebündelt sind, in einem Erklärungsversuch, wo der Mensch die Urquelle der Natur begründen kann, in die größte Zufriedenheit, und in die längste Zeit, in der er verweilen kann, ohne von der Vernunft selbst gedrängt zu werden, seine Religion zu verändern. Die Vernunft bleibt das richtige Werkzeug um zu Monotheismus zu gelangen.

Hermann Cohen zeigt wie der Mensch innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft zum Monotheismus kommen und darüber hinaus auf Basis des ethischen Monotheismus eine vollkommene Religion erbauen kann. Es handelt sich hier um ein klares Erfolgsbeispiel für die Anwendung der Vernunft in der Religion. Dabei hält Cohen die Einzigkeit Gottes als Inhalt des Monotheismus fest, nicht Seine Einheit. In Polytheismus haben die vielen Götter ein Verhältnis mit der Natur in ihren verschiedenen Erscheinungsformen und Kräften. Die Einheit muss auch die Beziehung des monotheistischen Gottes mit der Natur erklären und daher mehr sein als nur gegen die Vielheit. Was die Einheit nicht vollbringen kann, bleibt als Aufgabe für die Einzigkeit, die sich gegenüber der Natur stellt. 1

Durch seine Einzigkeit steht Gott also im Verhältnis mit der Natur. Cohen sucht nach diesem Verhältnis in den Quellen des Judentums und in der Geschichte Israels wo spätestens dann, der Monotheismus aus dem Polytheismus heraus entstanden ist. Der Monotheismus strahlt mit einer Kraft, die es erlaubt den alten pluralen Gottesbegriff Elohim (אֱלֹהִים) an der Seite des neuen Gottesbegriffs JHWH (יהוה) zu verwenden, wie Gott sich Mose im Dornbusch offenbart hat. Der neue Gottesname, der die Wurzeln im Worte „Sein“ hat, 2 ist der Schlüssel zu dem Verhältnis von Gott und der Natur, und zwar durch den Schöpfungsakt. 3

Xenophanes bringt Sein, Einheit und Kosmos in Verbindung. Der Begriff Gottes entsteht in Wechselwirkung zwischen Sein und Einheit. Dieselbe Einheit steht in Verbindung mit dem Kosmos oder der Natur. Gott und die Welt sind beide Einheiten, und zwar die selben, so kann der negative Begriff der Einheit den Menschen nicht weiter begleiten als es im griechischen Pantheismus der Fall war. Die Einheit bezeichnet die Differenz zum Polytheismus, kann aber die Identität von Gott und die Welt nicht ausschließen. Sobald die Einheit den Gegensatz zur Zusammengesetztheit bedeuten soll, schreibt uns der Vernunftanteil der Religion vor, dass der tiefster Sinn des Monotheismus nicht die Einheit sein kann. Stattdessen ist die strenge Identität von Gott und Sein gefragt, die Einzigkeit als ein positiver Begriff. Nur Gott hat Sein, nur Gott ist Sein, die Welt ist Schein. Es gibt nur eine Art von Sein, Gott ist dieses einzige Sein, Gott ist der Einzige. 4 „Höre Israel! Der Ewige, unser Gott, der Ewige ist eins.“ 5 oder „Sprich! Er ist Gott, ein Einziger.“ 6 oder „Und euer Gott ist ein einziger Gott, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Erbarmer, dem Barmherzigen.“ 7

Die Einzigkeit besteht in Unvergleichbarkeit und ist viel mehr als nur Einfachheit als Gegensatz zur Zusammengesetztheit. Das Sein Gottes geht auf keine Mischung mit dem sinnlichen Dasein ein. Das Sein Gottes ist im Raum und Zeit schrankenlos.

“Er ist der Erste und der Letzte, der Sichtbare und der Verborgene. Und Er weiß über alle Dinge Bescheid.” 8

Sein Ruhen, sein Beharren ist aber der Urgrund der Bewegung. 9

Cohen merkt an, dass die Kausalität der Natur auch die Kausalität der Sittlichkeit zur Folge hat. Der Einzige Gott ist der Ursprung des Guten und des Bösen, da es keine zwei gleichwertige Arten des Seins geben kann. Und genau so aus dem Unterschiede zwischen der Einheit und Einzigkeit begründet sich der Unterschied zwischen dem Dualismus und der Trinität mit dem Monotheismus. Auch hier kann es nicht mehrere Arten des Seins geben, so diktiert die Vernunft. 10

O ihr Leute des Buches, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt über Gott nur die Wahrheit. Christus Jesus, der Sohn Marias, ist doch nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das Er zu Maria hinüberbrachte, und ein Geist von Ihm. So glaubt an Gott und seine Gesandten. Und sagt nicht: Drei. Hört auf, das ist besser für euch. Gott ist doch ein einziger Gott. Preis sei Ihm, und erhaben ist Er darüber, daß Er ein Kind habe. Er hat, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Und Gott genügt als Sachwalter. 11

Die Vernunft kann den Mensch also weit bringen. Die wichtigste Aufgabe der Vernunft in der Religion war, den Weg des Menschen zum Monotheismus hin zu durchleuchten. Alle anderen Stationen davor wären allein unzureichend gewesen. Die Erkenntnis über den Monotheismus ist das größte Kapital des Menschen auf dem Wege seiner spirituellen Entwicklung. Von diesem Aussichtspunkt kann er auf das breite Feld der Erkenntnis hinausblicken, die Welt erklären und sich vertiefen. Das hat der Mensch seiner Vernunft zu verdanken.

Die Vernunft kann immer dem Menschen als Gerüst oder als Gehhilfe beistehen. Sie kann zwar den Weg nicht zeigen, kann aber die kausale Kette der Konsequenzen beleuchten. Den Weg geht der Mensch selbst. Die Vernunft erweckt ihn und folgt ihm auf den Wegen und Irrwegen. Die Vernunft gibt den Schwung für die Bewegung, die Kraft dafür erhält der Mensch aus einer anderen Quelle. Die Aufgabe der Vernunft ist, den Mensch zur Bewegung zu animieren. Durch seinen Willen überschreitet der Mensch die Entscheidungsschwelle und nimmt seine Bewegung auf. Dabei ist ihm die Kraft nicht eigen, er bewegt sich nur im Anziehungsfeld des Einzigen Seins.

Im Grunde muss der Mensch sich nur für eine Bewegung entscheiden, ungeachtet dessen in welche Richtung. Durch die Anziehung Gottes findet er die Kraft für seinen spirituellen Werdegang. Er darf nur nicht stehen bleiben, der Schechina 12 ist für das Sein Gottes, nur Gottes Sein kann beharren und bestehen, alles andere Sein ist in Bewegung und beschränkt. Wie das Wasser dem Berg hinab, um den einen oder anderen Stein rechts oder links, hinter einem Damm sogar hoch hinauf, schließlich in das Tal hinabfließt. Die Richtung ist nicht maßgebend, die Bewegung selbst und vor allem der Wille dazu aber freilich. Schritt für Schritt sucht der Mensch seinen Gott in der Natur, in anderen Menschen und schließlich in Göttern:

„Sprich! Ich suche Zuflucht beim Herren der Menschen, dem König der Menschen, dem Gott des Menschen“ 13.

Polytheismus wäre dann kein Problem, Götzenanbetung? nicht der Rede wert, solange sich der Mensch unermüdlich weiterentwickeln würde. Je seltener er stehen bleibt, desto mehr hat er den Wunsch zu gehen. Je seltener er sich mit hier und jetzt zufrieden gibt, desto stärker wird sein Wille für die Änderungen sein. Je seltener er sich in der Welt berauscht, desto heller klingt für ihn der göttliche Ruf. Je leichter die Bürde auf seinen Schultern, desto flinker ist sein Aufbruch.

Gegenüber dem einen, einzigen Sein Gottes, wie bereits erwähnt, steht die Vielheit der Natur. Diese Vielheit ist jedoch eine vollkommene Vielheit; allein die Gegenüberstellung zum Sein Gottes verlangt es ihr ab. Sie gibt den Menschen ausreichenden Anlass für das Verweilen und für hier und jetzt. Dagegen kann der Mensch die Welt absagen, so machen es Mönche und Asketen. Er kann aber auch für die Welt danksagen, deren Vielheit ein kontinuierlicher und vielleicht der einzig für ihn begreifbarer Beweis unter seinen Füßen ist; ein Beweis für die Einzigkeit Gottes. Indem er das viele Sein betrachtet, findet er Zugang zu dem einzigen Sein Gottes.

Was kommt nach der Einzigkeit Gottes? Die Vernunft weiß nicht mehr zu helfen, sie ist verzweifelt, sie hat den Menschen bis zum Gipfel treu begleitet, der Mensch ist wehmütig und kann sie nicht verlassen. Aber wohin? Dorthin, über dessen Schwelle der Mensch nur allein treten kann. Nach der Erkenntnis über die Einzigkeit Gottes kommt der Ruf:

Als er dort ankam, wurde ihm zugerufen: Gesegnet sei der, der im Feuer und der in seiner Umgebung ist, und Preis sei Gott, dem Herrn der Welten! O Mose, Ich bin, ja Ich bin Gott, der Mächtige, der Weise. 14

Ein Ruf, ein „Höre!“, ein „Sage!“ aber nicht ein „Sieh!“. Das Auge ist ein Werkzeug für die Welt der Vielheit, es sieht vieles, aber das Ohr hört nur eines und ist so geeigneter für die Begegnung mit der Einheit. Das Feuer steht im Kontrast mit der dunklen Nacht, strahlt, um die Augen zu zähmen 15, das Ohr hört den Ruf.

Den Ruf hört der Mensch überhaupt nur, wenn er im Sein der Vielheit das Sein der Einheit sucht, und aus dem Sein der Einheit, das Sein der Einzigkeit schließt. Den Ruf hört der Mensch überhaupt nur, wenn er die Dinge nicht als Objekte betrachtet, sondern mit Ihnen in Dialog steht, wenn er die Gegenstände der Es-Welt in die der Du-Welt transformiert, wenn er mit denen in Ich-Du-Beziehung tritt, wenn er inmitten des vielen Du das eine Du sucht. “Die verlängerten Linien der Beziehungen schneiden sich im ewigen Du. Jedes einzelne Du ist ein Durchblick zu ihm. Durch jedes einzelne Du spricht das Grundwort das Ewige an.” 16

Dies geschieht weniger durch die Askese, mehr doch durch die Aufmerksamkeit. Überhaupt hat der Mensch nichts anderes außer seiner Aufmerksamkeit wenn er vor denjenigen tritt, die ihm über alles überlegen sind. Die Opfergaben sind nicht für Götter, sie sind von den Menschen für die Menschen als Zeichen ihrer Aufmerksamkeit zu ihnen. Der Mensch opfert was ihm wichtig ist, seine Nahrung oder sein Vieh, um ein Zeichen für seine Aufmerksamkeit zu setzen. Seine Aufmerksamkeit ist die einzig gültige Währung im Austausch mit den Mächtigen. Und im Austausch mit Gott, im Austausch mit dem Ewigen Du, hat er nur das Wertvollste darzubieten über das er verfügt: seine Lebenszeit. Er opfert sie, um Ihm zu dienen, an Ihn zu denken, Ihn zu rufen, Ihn zu nennen.

“Und Ich habe die Djinn und die Menschen nur dazu erschaffen, daß sie Mir dienen.” 17

Die Belohnung für diese Opfergabe ist groß, sie ist der Ruf, sie ist die Rückkehr.

Den Ruf hört der Mensch nicht mit seiner Vernunft, er hört ihn mit seinem Wesen. Die Hüterin der Es-Welt ist die Vernunft, sie ist selbst ein Teil der vollkommenen Vielheit. Es ist schwer sich von ihr zu verabschieden. Auch der Weg der Askese ist kein geeigneter dafür, die Vernunft lauert überall und überfällt den Menschen bei jeder Gelegenheit, beschwerlich ist der Weg und das Glück kurzlebig. Es bleibt dem Menschen nur noch, dass er den Kampf mit der Vernunft sein lässt, dass er das “Es” der Vernunft erkennt, um mit ihm und mit allem anderen Es den Weg zum ewigen Du zu gehen.

Hinkend, krank, schäbig und unhöflich, kriech zu Ihm und verlange nach Ihm! 18

Die Rückkehr zu Gott ist eine starke Symbolik. In Wirklichkeit ist der Mensch nirgends hingegangen, er war immer da. Mit dem Sein Gottes als das einzige Sein, ist es jedoch besser zu sagen, Gott ist immer da und überall. Wo der Mensch ist, ist Er auch:

Wir haben doch den Menschen erschaffen und wissen, was ihm seine Seele einflüstert. Und Wir sind ihm näher als die Halsschlagader. 19

Für eine Rückkehr ist ein anfänglicher Abstand nötig. Diesen Abstand hat es aber nie gegeben. Es sind die verschiedenen Etappen des Lebens, die dem Menschen einen solchen Abstand suggerieren. Das Ziel alles endlichen Seins ist das eine Sein. Das Schicksal aller Menschen ist bei Gott, ob sie zu ihm zurück wollen oder nicht, ob sie das Ewige Du in Ihm erkennen oder nicht “Wir gehören Gott, und wir kehren zu Ihm zurück.” . Alles Sein wird von Ihm angezogen. Alles bewegt sich zu Ihm. Alles Leben lebt mit Ihm:

Wahrlich, Wir allein machen wieder lebendig und lassen sterben. Und zu Uns führt der Lebensweg. 21

Das eine Ende der Beziehung ist die Unendlichkeit, das andere Ende der Mensch, und die Endlichkeit. Die Vielheit ist bedingt durch das Einzige Sein. Nicht nur der Mensch, auch nicht seine Vernunft, selbst die Kraft zum Gehen ist bedingt durch Gott und kommt von Ihm. Die Kraft zum Gehen ist die Kraft für die Suche, für die Aufrechterhaltung der Ich-Du-Beziehung. Von Ihm ausgestrahlt, gibt er Ihm zurück, nicht um Ihn zu in Stolz zu bestrahlen, sondern Ihm ein schwaches Lebenszeichen zu geben. Menschen sind wie Staubpartikel in der Luft: die Goldenen widerspiegeln das Sonnenlicht, die Dunklen nicht, schließlich fallen alle zurück auf den Boden. Das Wesen der Ich-Du-Beziehung ist eben diese unscheinbare Reflexion der Ausstrahlung des einzigen Seins, vermöge dessen, der Mensch für einen Augenblick das wahre Sein erleben kann. Sehr kurz ist die Zeit bevor der Mensch wieder zu Ihm zurück muss, bevor alles zu Ihm zurück muss.

Aber warum kann der Mensch Gott vergessen? Wie kommt es, dass er wie dunkle Partikel verstreut, zum eigenen Ursprung zurück kommt, ohne mit Gott in Dialog zu stehen? Ohne Sein Licht zu reflektieren? Der Mensch hat kein Sein, es gibt nur ein Sein und das ist Gottes Sein. Der Mensch hat alles von Ihm, die Welt um sich, seinen Körper, seine Vernunft. Selbst seinen Geist hat er von Ihm:

“Wenn Ich ihn geformt und ihm von meinem Geist eingeblasen habe, dann fallt und werft euch vor ihm nieder.” 22

Ob der Mensch sich jemals der Ehre dieser Position bewusst sein wird? Der Geist des Menschen ist schöpferisch, findet Wege und Auswege, kombiniert die zerstreute Vielheit, um damit kleine Einheiten zu bilden, in der Musik, in der Plastik und in der bildenden Kunst. Er lernt sie zu nutzen, sie mit seiner Vernunft zusammenzufügen oder auseinanderzunehmen. Er lernt, lehrt und ist lernfähig. Seine materiellen und intellektuellen Erfolge begeistern ihn, erfüllen ihn mit Stolz, so wie einst Gott seine Schöpfung:

Dann schufen Wir den Tropfen zu einem Embryo, und Wir schufen den Embryo zu einem Fötus, und Wir schufen den Fötus zu Knochen. Und Wir bekleideten die Knochen mit Fleisch. Dann ließen Wir ihn als eine weitere Schöpfung entstehen. Gott sei gesegnet, der beste Schöpfer! 23

So dem Menschen seine Schöpfung, so Gott Seine Schöpfung! Mit der Schöpfung kommt aber auch der Wille. Er kann “Ja” sagen, bedingt durch das “Ja” Gottes, er kann “Nein” sagen, bedingt durch das “Nein” Gottes. Hier und da kann er mehr oder minder Dinge bewirken und an eigene schwache Ausstrahlung Vergnügen finden, aber nirgends kann er so gut seinen Willen besser einsetzen als bei der Hingabe seiner eigenen Aufmerksamkeit. Diese kann er dem und dann Schenken wie sein Wille steht. Seine Aufmerksamkeit, die einzig gültige Währung im Austausch mit seinem Überlegenen, schenkt er in seiner kurzen Lebenszeit, die sein knappes Kapital ist, den glitzernden Früchten eigener Schöpfung. Was für ein Verlustgeschäft! Und er wird zu Ihm angezogen, und seine Lebenszeit vergeht.

Der Mensch erleidet bestimmt Verlust, außer denjenigen, die glauben und die guten Werke tun, und einander die Wahrheit nahelegen und die Geduld nahelegen. 24

In seinen tieferen Momenten, in denen seine Schöpfung nicht blüht, in denen seine Aufmerksamkeit nicht gerichtet ist, fühlt er die Anziehung Gottes, und mit der Vernunft an seiner Seite, kreiert er Gottheiten für sich, Kraft seines Vorstellungsvermögens, ist er selig über die Gebetsrituale, stolz über seine Opfergaben und ehrfürchtig über das eigene Werk. Seine Vernunft knüpft hie und da an das Netz seines Werkes. Und er wird zu Ihm angezogen und seine Lebenszeit vergeht.

Oder er spürt die göttliche Kraft, fühlt Seine Ausstrahlung und wendet sich zu Ihm. Er ist jetzt nicht mehr einer von “ihnen”, er weiß, dass er nicht hier hingehört, dass er gehen muss. Er wendet seine Schöpfungskraft an, um sich auf Gott zu konzentrieren, zieht seine Vernunft hinterher, um seine Aufmerksamkeit zu Gott zu bekräftigen. Er strahlt jetzt selbst durch die Reflexion des göttlichen Lichts. Er blüht auf. Er zieht an. Aber dieser Anteil der göttlichen Ausstrahlung, den er sich Eigen gemacht hatte reicht nicht aus. Er wird müde. Es mangelt ihm an Kraft, um die Aufmerksamkeit zu Gott zu bewahren, mit Ihm in Dialog zu stehen. Er wendet sich ab und bleibt stehen. Sucht Zuflucht zu anderen Ideen und zu seiner Vernunft, und sie dient ihrem Herrn treu. Manchmal schafft er es wieder hinaufzugehen und wieder anzufangen, und der Kreis schließt sich erneut. Und er wird zu Ihm angezogen, und seine Lebenszeit vergeht.

Oder er spürt die göttliche Kraft, fühlt Seine Ausstrahlung und wendet sich zu Ihm, gleitet aber im Anziehungsfeld Gottes. Er vergisst sich, seinen Willen, seine Vernunft und seine eigene reflektierte Ausstrahlung. Er löst die eigene Schöpfung auf. Er denkt nur an Ihn, er ist jetzt ganz Du und nicht mehr Ich. Er nimmt die Kraft von Ihm, um zu Ihm zu gehen. Er lobt Ihn, betet Ihn an, er sehnt sich nach Ihm. Wenn ihm in seiner Endlichkeit die Kraft ausbleibt, ruft Ihn zur Hilfe, um herauszukommen.

Er ist Gott, über die Erde und Himmel. Wir verehren Ihn, den höchsten erhabenen Schöpfer, die Quelle des Lichtes, Vernichter aller Unwissenheit und Untugenden. Möge dieses Licht unseren Geist erleuchten. 25

Oder:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. 26

Oder:

Lob sei Gott, dem Herrn der Welten, Der Verfügungsgewalt besitzt über den Tag des Gerichtes! Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, die Du begnadet hast, die nicht dem Zorn verfallen und nicht irregehen. 27

Er ruft so lange bis er das Feuer sieht, bis er gerufen wird. Die Vernunft kommt mit ihm, an seiner Seite, leitet ihn aber nicht mehr. Und er wird zu Ihm angezogen, und seine Lebenszeit vergeht, aber jetzt fällt er nicht mehr zurück, der Mensch ist da und Gott ist da. Und das ist der Anfang.

* * *

Es ist nicht die Religion, die vernünftig sein kann, vernünftig kann nur der Mensch sein. Für die Religion spielt die Vernunft die wichtigste Rolle. Sie ist das Gerüst, durch das die Religion entsteht. Für den spirituellen Werdegang des Menschen aber ist die Vernunft unerheblich. Ja, es geht auch ohne Vernunft, wenn es um das Ganze geht. Das Sein Gottes zieht allen zu sich. Ja, es geht auch ohne Religion, wenn der Mensch loszulassen lernt, wenn er das Nichtstehenbleiben lernt. Aber so sind die Menschen eben nicht. Ihre Begrenztheit und ihre Endlichkeit macht sie anfällig. Er bleibt von den Irrwegen nicht verschont. So enthält die vollkommene Welt der Vielheit auch die Vernunft, damit der Mensch sie zur Hilfe nehmen kann, während er zu Ihm angezogen wird und seine Lebenszeit vergeht.

Fußnoten

    1. vgl. Hermann Cohen, Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums. Marix Verlag, 2008 Wiesbaden, Kapitel 1, §1 – 4.
    2. hebr. היה, ähnlich wie arab. حی
    3. vgl. Hermann Cohen, a. a. O., § 8.
    4. vgl. Hermann Cohen, a. a. O., § 9 – 11.
    5. Freie Übersetzung aus dem Hebräischen:
      .שְׁמַע יִשְׂרָאֵל יְהוָה אֱלֹהֵינוּ יְהוָה אֶחָד
    6. A. Th. Khoury, Der Koran (arab./dt.), Gütersloher Verlagshaus, 2001 Gütersloh, 112:1.قُلْ هُوَ اللَّـهُ أَحَدٌ
    7. ebd. 2:163
      .وَإِلَـٰهُكُمْ إِلَـٰهٌ وَاحِدٌ لَّا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ الرَّحْمَـٰنُ الرَّحِيمُ
    8. ebd. 57:3هُوَ الْأَوَّلُ وَالْآخِرُ وَالظَّاهِرُ وَالْبَاطِنُ وَهُوَ بِكُلِّ شَيْءٍ عَلِيمٌ.
    9. vgl. Hermann Cohen, a. a. O., § 14 – 20.
    10. vgl. ebd. § 21 – 24.
    11. A. Th. Khoury, a. a. O., 4:171يَا أَهْلَ الْكِتَابِ لَا تَغْلُوا فِي دِينِكُمْ وَلَا تَقُولُوا عَلَى اللَّـهِ إِلَّا الْحَقَّ ۚ إِنَّمَا الْمَسِيحُ عِيسَى ابْنُ مَرْيَمَ رَسُولُ اللَّـهِ وَكَلِمَتُهُ أَلْقَاهَا إِلَىٰ مَرْيَمَ وَرُوحٌ مِّنْهُ فَآمِنُوا بِاللَّـهِ وَرُسُلِهِ وَلَا تَقُولُوا ثَلَاثَةٌ انتَهُوا خَيْرًا لَّكُمْ إِنَّمَا اللَّـهُ إِلَـٰهٌ وَاحِدٌ ۖ سبْحَانَهُ أَن يَكُونَ لَهُ وَلَدٌ ۘ لَّهُ مَا فِي السَّمَاوَاتِ وَمَا فِي الْأَرْضِ ۗ وَكَفَىٰ بِاللَّـهِ وَكِيلًا.
    12. hebr. שְׁכִינָה, ähnlich wie arab. سکینه
    13. A. Th. Khoury, a. a. O., 114:1 bis 3
      .قُلْ أَعُوذُ بِرَبِّ النَّاسِ، مَلِكِ النَّاسِ، إِلَـٰهِ النَّاسِ
    14. A. Th. Khoury, a. a. O., 27: 8 und 9فَلَمَّا جَاءَهَا نُودِيَ أَن بُورِكَ مَن فِي النَّارِ وَمَنْ حَوْلَهَا وَسُبْحَانَ اللَّـهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ، يَا مُوسَىٰ إِنَّهُ أَنَا اللَّـهُ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ.
    15. Es ist üblich, beim Rezitieren des “Höre Israel!…” die Augen mit der rechten Hand zu bedecken.
    16. Martin Buber, Ich und Du, Lambert Schneider Verlag, 1974 Heidelberg, 91.
    17. A. Th. Khoury, a. a. O., 51:56
      وَمَا خَلَقْتُ الْجِنَّ وَالْإِنسَ إِلَّا لِيَعْبُدُونِ.
    18. Rumi, Mathnawi ya Manawi, Bd. 3, Kap. 37. Freie Übersetzung aus dem Persischen.لنگ و لوک و چفته ‌شکل و بی‌ادب، سوی او می‌غیژ و او را می‌طلب.
    19. ebd., 50:16
      وَلَقَدْ خَلَقْنَا الْإِنسَانَ وَنَعْلَمُ مَا تُوَسْوِسُ بِهِ نَفْسُهُ  وَنَحْنُ أَقْرَبُ إِلَيْهِ مِنْ حَبْلِ الْوَرِيدِ.
    20. A. Th. Khoury, a. a. O., 2:156
      إِنَّا لِلَّـهِ وَإِنَّا إِلَيْهِ رَاجِعُونَ.
    21. ebd., 50:43
      إِنَّا نَحْنُ نُحْيِي وَنُمِيتُ وَإِلَيْنَا الْمَصِيرُ.
    22. ebd. 15:29 und Wiederholung in 38:72: Gott befiehlt den Engeln, den Menschen, die Krone Seiner Schöpfung zu respektieren.فَإِذَا سَوَّيْتُهُ وَنَفَخْتُ فِيهِ مِن رُّوحِي فَقَعُوا لَهُ سَاجِدِينَ.
    23. ebd. 23:14
    24. ثُمَّ خَلَقْنَا النُّطْفَةَ عَلَقَةً فَخَلَقْنَا الْعَلَقَةَ مُضْغَةً فَخَلَقْنَا الْمُضْغَةَ عِظَامًا فَكَسَوْنَا الْعِظَامَ لَحْمًا ثُمَّ أَنشَأْنَاهُ خَلْقًا آخَرَ، فَتَبَارَكَ اللَّـهُ أَحْسَنُ الْخَالِقِينَ.

  1. ebd. 103:2 und 3
    إِنَّ الْإِنسَانَ لَفِي خُسْرٍ، إِلَّا الَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ وَتَوَاصَوْا بِالْحَقِّ وَتَوَاصَوْا بِالصَّبْرِ.
  2. ॐ भूर्भुवः स्वः । तत्सवितुर्वरेण्यं । भर्गो देवस्य धीमहि । धियो यो नः प्रचोदयात् ॥ Gayatri Mantra, Rig Veda (Mandala 3.62.10). Freie Übersetzung.
  3. Matthäusevangelium 6, 9 bis 13
  4. vgl. A. Th. Khoury, a. a. O., 1:2 bis 7
  5. الْحَمْدُ لِلَّـهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ، الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ، مَالِكِ يَوْمِ الدِّينِ، إِيَّاكَ نَعْبُدُ وَإِيَّاكَ نَسْتَعِينُ، اهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَقِيمَ، صِرَاطَ الَّذِينَ أَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ، غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ، وَلَا الضَّالِّينَ.

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