Arendt und das Handeln

In diesem Text befasse ich mich mit Hannah Arendts Darstellung der verschiedenen Arten von Tätigseins, ihrem Verhältnis und der besonderen Rolle des interaktiven „Handelns“ aus ihrer Sicht. Seit der Antike wurde über die aktive und die kontemplative Lebensführung (vita activa und vita contemplativa) diskutiert um ihren Stellenwert im Bezug zu einander zu bestimmen. In ihrem Buch [1] stellt Arendt die aktive Lebensführung in den Vordergrund. Dabei untersucht sie ihre Merkmale und stellt fest, dass das politische Handeln im Zentrum dieser Lebensführung, und in vielerlei Hinsicht mit Aspekten der Gesellschaft verknüpft ist. Ich werde Arendts Darstellung des Handeln beschreiben und sie anschließend kritisch betrachten.

Arendt unterteilt das menschliche Tätigsein in drei Arten, nämlich in Arbeiten, Herstellen und Handeln. Das Arbeiten ist eine Grundvoraussetzung für das Leben; es ist notwendig um den Mensch mit Lebensmitteln zu versorgen. Herstellen dagegen ist eine Tätigkeit, bei der der Mensch eine künstliche Welt produziert, von deren Ergebnissen er oder andere während des Arbeitens und Herstellens profitieren können. Für Arendt schließt das Herstellen auch das künstlerische bzw. kreative Leben mit ein. [2]

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Über Handlungs- und Willensfreiheit

Im Folgenden befasse ich mich mit Handlungs- und Willensfreiheit und untersuche, inwiefern sich diese mit einem naturgesetzlichen Determinismus vereinbaren lassen. Nach einer einführenden Bemerkung behandele ich den monistischen Ansatz Donald Davidsons. Ich werde den Ansatz in Hinsicht auf seinen Anspruch auf die Vereinbarkeit mit dem naturgesetzlichen Determinismus untersuchen. Zum Schluss werde ich diesen einem kritischen Vergleich mit dem klassischen Dualismus unterziehen.

Im Bereich der Philosophie des Geistes ist die Natur der geistigen Phänomene und deren Beziehung zu den physischen Ereignisse seit je her kontrovers. Philosophen der Antike [1], dem Mittelalter und der neuen Zeit, im Osten und Westen, befassten sich damit, herauszufinden wie Handlungs- und Willensfreiheit überhaupt erklärbar sind. Die Handlungsfreiheit ist wenn der Mensch in seinem Tun nicht gehindert wird. Ähnlich wird er durch seine Willensfreiheit in seinem tun Wollen nicht eingeschränkt.

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